Die Geschichte des Écomusée d'Alsace von gestern bis heute

  • 1971 Gründung des Vereins „Maisons Paysannes d'Alsace“

    Angesichts des Verfalls des traditionellen architektonischen Kulturerbes im Elsass beschließt eine Gruppe aus mehrheitlich jungen Geschichts- und Architekturstudenten im Jahr 1971, ein Projekt zur Erhaltung und zum Schutz zahlreicher Gebäude ins Leben zu rufen.

    In Gommersdorf, einem kleinen Dorf im Sundgau (Südelsass), restauriert die Gruppe verlassene Häuser; andere, die von der Zerstörung bedroht sind, werden abgebaut. Unter diesem Impuls wird 1973 der Verein „Maisons Paysannes d'Alsace“ gegründet.

  • 1980 Suche nach einem Grundstück

    Angesichts der Unmöglichkeit, einige Gebäude vor Ort erhalten zu können, entscheidet der Verein ambitioniert, sie abzutragen und sie Stein für Stein an einem anderen Ort wieder aufzubauen. Eine ungewöhnliche Idee: Ziel ist es, ein Freilichtmuseum nach dem Modell von Georges-Henri Rivière und Hugues de Varine zu schaffen.

    Nach mühsamem Suchen siedelt sich das Projekt auf einem Gelände auf halbem Wege zwischen Mulhouse und Colmar an, das von Gilbert Fricker, dem Bürgermeister der Gemeinde Ungersheim, zur Verfügung gestellt wurde. Hier beginnen die Ehrenamtlichen des Vereins Maisons Paysannes d'Alsace mit dem Wiederaufbau der in den Dörfern des Sundgaus abgetragenen Häusern.

  • 1980 Wiederaufbau des ersten Hauses

    Das Haus des Tagelöhners aus Koetzingue/Kötzingen ist das erste Haus, das im September 1980 an diesem Standort wiederaufgebaut wird. Henri Goetschy, der damalige Präsident des Conseil Général du Haut-Rhin, „testet“ mit dem Aufbau dieses Hauses die Kompetenz und das Stehvermögen der Ehrenamtlichen des Vereins Maisons Paysannes d'Alsace. Der Erfolg dieser Herausforderung führt zur Errichtung einer nachhaltigen Partnerschaft zwischen dem Département Haut-Rhin und dem Verein: Der Startschuss für das Écomusée ist gefallen!

  • Zwischen 1980 und 1984 Wiederaufbau weiterer Häuser

    In diesen Jahren werden 19 weitere Häuser an diesem Standort wieder aufgebaut. Sie wurden ausgewählt, da sie die wichtigsten elsässischen Architekturtypen repräsentieren. Jedes dieser Gebäude verkörpert so die Besonderheiten des Elsass und seiner Einwohner durch die Zeit hindurch.

  • 1984 Eröffnung für das breite Publikum

    Das Écomusée d'Alsace öffnet seine Tore für das breite Publikum am 1. Juni 1984. Es wird vom damaligen Kultusminister Jack Lang offiziell eingeweiht.

    Bei seiner Eröffnung zählt das Museum nur rund zwanzig unvollendete Gebäude, aber der Erfolg stellt sich alsbald ein: Im Eröffnungsjahr empfängt es bereits 75 000 Besucher. Alle ermutigen den Verein dazu, das Abenteuer fortzusetzen. Die Elsässer spenden dem Écomusée Tausende von Objekten, die den Beginn der Inneneinrichtung der Gebäude markieren: Möbel, Kleidung, Dokumente, Photographien...

  • 1985-1987 Wiederaufbau des Wehrturms

    Der Wehrturm bzw. das Wehrhaus wird aus Fragmenten wieder aufgebaut, die aus der Zeit Ende des 15. Jahrhunderts vom mittelalterlichen Festungswall der Stadt Mulhouse stammen. Der 1987 fertiggestellte Wehrturm überragt auch heute noch das Dort und bietet einen außergewöhnlichen Ausblick auf das Écomusée d'Alsace und dessen Umgebung.

  • 1989 Wiederaufbau des Sägewerks Moosch

    Das Sägewerk stellt für ein Dorf eine sehr bedeutende „Manufaktur“ dar. Insbesondere in der Holzbranche nimmt dieses eine Schlüsselposition ein. Das Sägewerk des Écomusée d'Alsace wurde aus Elementen der Sägewerke Wicky in Moosch und Gebel in Dolleren errichtet.

  • 1994 Eröffnung der Töpferwerkstatt

    Das Haus des Töpfers ist aus dem 18. Jahrhundert und stammt ursprünglich aus Soufflenheim, einem Töpferdorf im Bas-Rhin. Hier sind die Arbeitsbedingungen ihres einstigen Besitzers exakt wiedergegeben. Genau wie dieser stellt der Töpfer des Museums traditionelle elsässische Töpferware her.

  • 2014 Das Écomusée d'Alsace feiert sein dreißigjähriges Bestehen!

    Lustig, außergewöhnlich oder gar ganz schön schräg... Anlässlich des 30. Jubiläums des Museums fanden dreißig Wetten statt, die von den Haupt- und Ehrenamtlichen des Écomusée d'Alsace ausgerufen wurden: die Konstruktion eines Fachwerkhauses aus Rixheim innerhalb von 30 Stunden, die Rasur von 30 Bartträgern durch die Barbiere des Museums innerhalb einer Rekordzeit, 30 elsässische Familienportraits in Pose und traditioneller Kleidung... Originalität und Humor machten den zentralen Kern dieser Wetten aus und prägten die Geschichte des Museums!

  • 2014 Baubeginn für das erste elsässische Fachwerkhaus des 21. Jahrhunderts

    Wie wird das elsässische Wohnhaus von morgen aussehen? 2014 wendet sich das Écomusée d'Alsace resolut der Zukunft zu und weiht einen neuen Museumsbereich am alten Dorfrand ein, der sich dem Wohnen im 21. Jahrhundert widmet... Das erste Haus, geschaffen vom elsässischen Architekten Mathieu Winter, markiert den Beginn eines Dialoges zwischen traditionellem und zeitgenössischem Wohnen. Es geht darum, Vergangenheit und Zukunft miteinander zu verbinden!

  • 2015 Reparatur des Wasserrads des Sägewerks

    Das 1989 errichtete Sägewerk des Écomusée d'Alsace war seit 2006 kaum noch funktionsfähig. Gemeinsam mit seiner Innung der ehrenamtlichen Sägewerker möchte das Museum ihm neues Leben einhauchen, um es wieder aktiv in das Museumsprogramm einzubinden.

    In den Jahren 2014 und 2015 ließ es so eine der drei Energiequellen des Sägewerks wieder Instand setzen: das Wasserrad. Dank seiner Reparatur und Remontage konnte das Sägewerk des Museums seine Tätigkeit wieder aufnehmen und die bereits vorhandenen Energiequellen ergänzen.

  • 2015 Bauarbeiten zur Errichtung des Museumsviertels „Wohnen im 21. Jahrhundert im Elsass“

    Zwei Architektengruppen („ForMaRev“ und „ETC“) führten im Sommer 2015 die Vorbereitungsarbeiten zur Errichtung des neuen Museumsviertels „Wohnen im 21. Jahrhundert im Elsass“ durch. Im Anschluss folgte die Fertigstellung eines Fährbootes, das von Hand über die Wasserfläche hinter dem Bahnhof gezogen wird und eine Verbindung über den Kanal bis zur frisch sanierten Rotunde darstellt. Diese Konstruktionen sind fest im Projekt für das neue Museumsviertel verankert. Ein im Jahr 2016 zum ersten Mal vorbereitetes Festival, das sich über das gesamte Jahr 2017 hinziehen soll, soll diesem neuen Museumsviertel Leben einhauchen.

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